Home Die große Reise Die Handhabung der beiden Währungen auf Kuba

Die Handhabung der beiden Währungen auf Kuba

by Chris

Im Vorfeld unserer Reise nach Kuba habe ich versucht in Erfahrung zu bringen, was es mit den beiden parallelen Währungen auf sich hat. Schließlich will man ja vorbereitet sein. Allerdings erwies es sich als äußerst schwierig, wirklich brauchbare und belastbare Informationen in Bezug auf die beiden Währungen zu erlangen. An manchen Stellen wird sogar behauptet, dass dies gar nicht notwendig sei, da Touristen gar nicht in die Verlegenheit kämen, die „Währung der Einheimischen“ zu nutzen. Dies mag vielleicht auf die Pauschaltouristen in Varadero zutreffen, aber wer das Land auf eigene Faust bereist, lässt ein großes Sparpotential links liegen, wenn er nicht beide Währungen nutzt.

Welche Währungen gibt es überhaupt?

Die bereits oben erwähnte “Währung der Einheimischen” ist der Peso Cubano (auch Moneda Nacional genannt) und wird mit CUP abgekürzt. Die zweite ist der Peso Convertible und wird mit CUC abgekürzt. Der CUC ist rein fiktiver Natur und wird mit einem Wechselkurs von 1:1 zum Dollar festgelegt. Das heißt, dass man den Wechselkurs vom Euro zum Dollar nehmen kann, um den Wert eines Euros in CUC zu bestimmen. Bei einem starken Dollar wird also für uns Deutsche das Reisen in Kuba teurer. Außerhalb von Kuba ist es übrigens nicht möglich an CUC zu kommen, da diese Währung zumindest offiziell nicht in Banken gewechselt wird.

Ein 10 CUP Schein und ein 10 CUC Schein im Vergleich

Hier seht ihr einen 10 CUP Schein (oben) sowie einen 10 CUC Schein (unten)

Das Verhältnis der beiden Währungen zueinander

Der Wert eines CUC beträgt 25 CUP. Zumindest ist dies in der Theorie der Fall. Da sich beide Währungen untereinander substituieren, ist es egal, ob man in CUP oder CUC bezahlt. Man sollte nur gut rechnen können, denn für die Kubaner ist es Alltag mit den beiden Währungen zu jonglieren und die Möglichkeiten für Betrügereien sind ziemlich groß. Möchte man in Kuba an CUP kommen, ist die einfachste Möglichkeit der Umtausch in einer Cadeca (Wechselstube). Hier liegt der staatlich festgelegte Wechselkurs bei 1:24 statt dem sonst gültigen Kurs von 1:25. Bezahlt man nun etwas in CUC und erhält sein Rückgeld in CUP, wird der Verkäufer nun normalerweise ebenfalls den Wechselkurs der Cadeca heranziehen, was eigentlich falsch ist. Wenn ihr viel Zeit habt und Spanisch sprecht, könnt ihr aber zumindest mal versuchen zu eurem Recht zu kommen.

Abbild eines drei CUP Scheines mit Che Guevara als Motiv

Dies ist ein Schein im Wert von drei CUP. Aufgrund des Motivs mit Che Guevara ist er ein beliebtes Souvenir, das an Touristen verkauft wird. Mit genügend Glück erhaltet ihr aber auch einfach einen als Wechselgeld.

Die Tücken der beiden Währungen

Neben der bereits oben erwähnten Problematik beim Erhalt des Rückgeldes in CUP gibt es eine weitere Hürde für ungeübte Touristen, die in meinen Augen eigentlich sogar das größte Problem bei der Handhabung der beiden Währungen auf Kuba ist. Auf den wenigsten Preisschildern wird stehen, um welche Währung es sich handelt. So ist im Normalfall einfach ein Dollarzeichen neben den Preis geschrieben. Mit etwas gesundem Menschenverstand kommt man hier aber sehr weit. Zum Beispiel ist es unwahrscheinlich, dass der Preis für die Toilettennutzung in einem Busbahnhof wirklich einen CUC kostet. Der Toilettenmann wird euch aber nicht auf euer Missverständnis hinweisen, falls ihr doch mit einem CUC zahlt und das Geld achselzuckend einstecken.

Hier sind die beiden ein Peso Münzen im Vergleich

Die beiden 1 Peso Münzen; links in CUP und rechts in CUC.

Das Aussehen der Währungen

Außerdem sehen sich die beiden Währungen relativ ähnlich, was ebenfalls dem Betrug Tür und Tor öffnet. Bei den Geldscheinen ist die Unterscheidung noch ziemlich einfach, da auf einem CUC Schein immer Peso Convertible steht. Also immer genau hinschauen, da die Kubaner gerne mal das Wechselgeld in CUP statt in CUC aushändigen. Natürlich nur aus Versehen. Andersrum braucht ihr allerdings wieder nicht erwarten, dass euer Gegenüber ehrlich reagieren wird, wenn ihr einen CUP Betrag mit CUC bezahlt, sondern er wird sich klammheimlich über den Extraverdienst freuen.

Ein 10 CUC Schein

In der Mitte steht unterhalb der Wertigkeit immer Peso Convertible bei einem CUC Schein.

Schwieriger wird die Unterscheidung der Münzen. Hier bin ich an unserem ersten Tag während eines Toilettenbesuchs richtig übel reingelegt worden. Aber man kann ja auch nicht erwarten, dass man trotz dreimaliger Reklamation mit anschließender Korrektur das richtige Wechselgeld erhält. So habe ich mit einem CUC bezahlt und im Anschluss 0,8 CUP, also quasi gar nichts, als Wechselgeld erhalten.

CUC gibt es als 1 CUC-Münze sowie als Münzen zu 5, 10, 25 und 50 Centavos. CUP gibt es als Münzen zu 1 und 3 CUP sowie als Münzen zu 1, 2, 5 und 20 Centavos. Wobei unserer Erfahrung nach die CUP Centavos vernachlässigbar sind. Wichtig ist die Unterscheidung der 1 Peso Münze – CUC sind silber während CUP eine goldene Farbe besitzen. Außerdem haben alle CUC Münzen ein eingelassenes Achteck am Rand. Hierdurch sind sie mit genügend Zeit wirklich einfach zu identifizieren. Lasst euch also keine Münzen in CUP statt in CUC unterjubeln.

Eine ein CUC Münze mit dem typischen Achteck

Hier ist das typische Achteck innerhalb der 1 CUC Münze.

Was sonst noch zu beachten ist

Mittlerweile gibt es eine recht hohe Dichte an Geldautomaten in Kuba. An vielen Geldautomaten können außerdem beide Währungen abgehoben werden. Daher ist es mit einer entsprechenden Kreditkarte sehr einfach an das nötige Geld zu kommen. Allerdings sollte man beachten, dass die Nutzung der Geldautomaten hohe Gebühren nach sich zieht (vermutlich immer 3% der abgehobenen Summe). Da weiterhin kaum noch eine Bank diese Gebühren erstattet, kann hier schnell eine große Summe Geld verpulvert werden. Die Alternative ist der Umtausch in den oben genannten Cadecas vor Ort. Nahezu alle großen Währungen der Welt können hier umgetauscht werden. Wie allgemein bei Wechselstuben bekannt, liegt der Preis für den Ankauf über dem Preis für den Verkauf. Schließlich muss die Wechselstube ja auch an etwas verdienen. Ihr solltet nur darauf achten, dass ihr keine Dollar umtauscht, da hier eine zusätzliche „Strafgebühr“ in Höhe von 10 % fällig wird. Unserer Erfahrung nach haben wir für unsere Abhebungen mit Kreditkarte trotz Gebühren mehr für unsere Euros bekommen als beim direkten Umtauschen, da der Kurs der Kreditkarte einfach besser war.

Jetzt solltet ihr alle notwendigen Informationen für die Handhabung der beiden Währungen auf Kuba haben. Und falls ihr doch mal reingelegt werdet, solltet ihr nicht traurig sein, denn auch das gehört zu einem Urlaub auf Kuba einfach dazu. Wenn noch irgendwelche Fragen offen sein sollten, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren oder per Mail stellen.


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Zusammenfassung
Die Handhabung der beiden Währungen auf Kuba
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Die Handhabung der beiden Währungen auf Kuba
Beschreibung
Auf Kuba werden zwei parallele Währungen genutzt, deren Handhabung oftmals nicht ganz leicht ist. Erfahre hier hilfreiche Tipps zur Nutzung der Währungen.
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Worldonabudget
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4 comments

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Stefanie Schwarz 13. Juni 2016 - 22:44

Das mit dem CUP-CUC Wechselkurs stimmt nicht ganz. 24 CUP ist halt der Verkaufspreis und 25 CUP der Einkaufspreis. Dass in den Läden ein schlechterer Wechselkurs als 1:24 benutzt wird (manchmal nur 1:22) soll laut meinen Kubanischen Freunden recht normal sein. Naja, wegen den paar Cent braucht man aber eigentlich auch eh nicht herumstreiten 😉
Hier gibt’s noch mehr Infos zum Thema auf meinem Blog:
http://aworldkaleidoscope.com/kuba-auf-eigene-faust-backpacker-individualreisende/

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Chris
Chris 15. Juni 2016 - 1:35

In den Cadecas ja, aber ich dachte das wäre auch der normale Preis auf der Straße…Haben diesen Kurs auch öfters bekommen 😉 In vielen Geschäften hängt ja sogar die Tabelle zum Umrechnen mit genau diesem Kurs.

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GuKo 18. September 2017 - 11:19

Warum wird eigentlich immer das Märchen vom CUC als “Währung für Touristen” und CUP als “Währung für Einheimische” verbreitet?? Das ist völliger Unsinn, schreibt wohl einer vom anderen ab.

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Chris
Chris 18. September 2017 - 14:54

Hast du natürlich vollkommen recht und ist nun auch korrigiert. Danke für den Hinweis!

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